Glück
Glücklich machen kann man nur sich selbst,
wie man auch nur für sich selbst atmen kann.
Glücklich machen kann man nur sich selbst,
wie man auch nur für sich selbst atmen kann.
Kennst du die Snack- oder Getränkeautomaten an Bahnhöfen? Vermehrt sehe ich sie auch in Innenstädten, in Wartebereichen von Behörden oder im Eingangsbereich von Schwimmbädern. Manchmal steht daneben gleich ein Kaffeeautomat.
Eine Spirale befördert durch drehende Bewegungen das Begehrte hervor. Mein Sohn mit Autismus betrachtet diesen Vorgang mit intensiver Freude. Er kann sich nicht daran sattsehen. Er greift in die Luke und fühlt sich glücklich, die Sprite oder die Chipstüte herauszunehmen.
Es ist oft teuer. Ja, also sage ich auch ab und an Nein, wenn uns wieder ein Automat begegnet. An der Nordsee, gleich am Deich, auf Besuch in der Heimat, konnte ich jedoch nicht widerstehen, das Glück in den Augen meines Sohnes sehen zu wollen.
Als ich einen Euro einwerfen möchte, sehe ich einen Betrag in der kleinen Anzeige blinken. Die Münze hatte ich noch zwischen Zeigefinger und Daumen fest umklammert. Jemand hat vergessen, sein Guthaben aufzubrauchen. Welch ein Glück!
Jetzt schätze auch ich mich ein wenig glücklicher, als ich gemeinsam mit meinem gespannt schauenden Sohn auf die drehenden Spiralen sah.
Also: Einfach mal etwas Guthaben im Automaten lassen oder das Rückgeld im Fach vergessen – schon lässt sich ganz anonym ein wenig Glück in der Welt verteilen. Einfach so.
Ich hab’s probiert. Du auch?
Es fühlt sich ein wenig verboten an, sein Geld absichtlich zu vergessen. Ein bisschen riecht es nach Stolz. Ich gehe lächelnd. Dankbarkeit steigt in mir auf – dafür, dass ich ein paar Cent einfach so liegen lassen kann. Für ein Lächeln des Nächsten!
Was ist es?
Wie viel kannst du erübrigen?